Larissa Heim

Bericht

Im Juni 2026 durfte ich vier intensive Wochen auf Hof Scharrlberg verbringen. Der
Kontrast zu einem üblichen Alltag als freischaffende Künstlerin mit zahlreichen
Nebentätigkeiten und Ablenkungen hätte dabei kaum größer sein können: Das liebevoll
gestaltete Gelände erweckt schon bei der Ankunft den Eindruck, man selbst lebe
plötzlich inmitten eines Gemäldes und schürt augenblicklich Vorfreude auf die
künstlerische Auseinandersetzung mit diesem besonderen Ort. Auf den acht Hektar
großen Anwesen finden sich dabei zahlreiche Inspirationsquellen, etwa der biodiverse
Obstgarten, ein naturbelassener Teich, oder kleine Wege durch den Wald, welcher
ebenfalls zum Grundstück gehört. Mit dem Fahrrad ließen sich außerdem die weitere
Umgebung erkunden und Ausflüge in die Lüneburger Heide unternehmen.
Da meine künstlerische Praxis sich mit dem Übersetzen menschlicher Naturerfahrung in
bildnerische Mittel befasst, bot der Aufenthalt die seltene Möglichkeit, nahezu direkt
zwischen Beobachtung und Umsetzung zu changieren. Die Atelierhalle 500, in welcher
ich arbeiten und später auch ausstellen durfte, lag nur wenige Meter von meinen
Bildmotiven auf dem Grundstück entfernt, sodass sowohl Pleinair-Malerei als auch
konzentrierte Ateliersitzungen parallel möglich waren. Mein anfängliches Vorhaben, auf
kleinen Formaten zu arbeiten, wurde angesichts der großzügigen Halle und der vielen
Möglichkeiten schnell vom Wunsch abgelöst, den Platz auszukosten und ebenfalls
großformatig zu malen. Durch die freundliche Unterstützung des Stifterpaares und
spielerischen Alternativen zu gängigen Keilrahmenleisten wurde dieses Unterfangen
schließlich möglich. Generell möchte ich die Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft der
beiden Stifter hervorheben, welche uns bei individuellen Fragen jederzeit unterstützt
und außerdem einige gemeinsame Abende mit uns Stipendiatinnen verbracht haben.
Letztlich blicke ich, nicht zuletzt wegen meiner beiden Kolleginnen, dem
interdisziplinären Austausch sowie unserer gelungenen Abschlussveranstaltung
zufrieden und aufgetankt mit neuen Impulsen auf diesen Monat zurück und freue mich
auf alles, was im Nachklang daraus entstehen wird.

Fotos: Larissa Heim, Jan Thomas Bandelow