Bettina Lidzba
Statement
Kurz nach der Bewerbungsfrist erhielt ich die Zusage, im Frühling vier Wochen auf Hof Scharrlberg in der Lüneburger Heide verbringen zu dürfen. Die ersten Tage verbrachte ich hauptsächlich mit Spaziergängen, auf denen ich erste Inspirationen für meine Arbeit sammelte und auf dem Land langsam ankam. Weit abgeschieden von der Großstadt hatte ich viel Zeit, ungestört zu arbeiten. Die Ruhe und diese Zeit ohne Druck ließen viel Raum zum Experimentieren. Das Experimentieren führte mich am Ende zu einem neuen Werk: Verfall und Strukturen. Eine Projektions-Installation mit einem Diaprojektor, bei dem 80 Dias auf Endlosschleife laufen. In die Diarahmen habe ich Pflanzenteile mit Schädlingsbefall, Pilzbefall, Alterungsspuren gelegt und arrangiert, so dass eine unsystematische phytopathologische Aufnahme der Umgebung entstand. Außerdem fertigte ich relativ großformatige abstrakte Zeichnungen an, die ihren Inspirationsursprung in der nahe gelegenen Heidelandschaft hatten. Das Zusammenleben und der künstlerische Austausch mit meiner Mitstipendiatin Verena war sehr inspirierend und schön. Neben vielen kleinen, großen und tiefen Gesprächen gehörte das gemeinsame abendliche Kochen zum Alltag.
Ich möchte mich bei den Stiftern für die Möglichkeit, so ungestört und frei arbeiten zu können, herzlich bedanken.