René Gröger

Das neue Dekameron

KONZEPTIDEE

Angelehnt an das Renaissance-Meisterwerk von Giovanni Boccaccio mit seinen 100 Novellen, versammelt der Erzählband zehn Geschichten rund um die vielfältigen Themen Liebe, Partnerschaft, Krankheit und Tod. Ähnlich wie der Klassiker ist „Das neue Dekameron“ eingebettet in eine pandemische Rahmenhandlung (Corona-Lockdown). Diese ist den Kurzgeschichten in Form eines Prologs vorangestellt und wird am Ende durch einen Epilog aufgelöst.

Einzelne Texte nehmen Bezug auf zentrale Motive in Boccaccios Werk (z. B. Betrug, Maskierung, Liebestod). Anders als bei Boccaccio begegnen sich hier nicht der privilegierte Adelige. Stattdessen treffen eine Studentin und ein Langzeitarbeitsloser zufällig aufeinander. Sie erzählen sich gegenseitig Geschichten, bei denen mal sie selbst, aber auch andere Personen im Mittelpunkt stehen.

Zentraler Schauplatz der Handlung ist in diesem literarischen Remix-Projekt kein florentinischer Landsitz, sondern die Lüneburger Heidelandschaft. Die Protagonisten kommen aus Hamburg und ziehen sich wegen der pandemischen Lage aufs Land zurück. Anekdoten und Erzählungen spielen in Hamburg und dem norddeutschen Umland.

HANDLUNG

Die Corona-Pandemie bricht aus, in großen Teilen der Welt werden Lockdowns verhängt, auch in Hamburg. „Social Distancing“ wird zu einem geflügelten Wort. Die Bevölkerung ist verunsichert. Besonders dramatisch ist die Situation für diejenigen, die sich sowieso sozial ausgegrenzt fühlen und kaum Anschluss finden. Gleiches gilt für junge Menschen.

Zwei Singles, eine Studentin und ein Langzeitarbeitsloser, wollen der Enge der Großstadt entfliehen. Sie begegnen sich zufällig auf dem Weg in die Natur. Hier beginnen sie, sich gegenseitig Geschichten zu erzählen, die das Leben so schreibt. Es sind Geschichten voller Tragik, Komik und vor allem: Geschichten über die Absurdität und Einzigartigkeit der Liebe. Da die Milieus, aus denen sie kommen, höchst unterschiedlich sind, ergibt sich daraus eine große Spannbreite der einzelnen Erzählungen.

Erzählt wird zum Beispiel von einem Hafenarbeiter auf der Veddel, der nach Feierabend lieber am Spielautomaten hängt, als seine kranke Frau zu unterstützen; es geht um Edgar, der ein Auge auf die neue Verkäuferin in seiner Stammkonfiserie geworfen hat; und um Maria, die glaubt, der Geist ihres in der Nordsee ertrunkenen Sohns ist in einem Wasserball eingeschlossen.