Bettina Mileta

Abschlussbericht:

Vier Wochen im Grünen an einem ruhigen Ort mit viel Platz waren für mich eine wunderbare Möglichkeit, intensiv an einem Projekt zu arbeiten und meine Arbeit “Luftikuss” umzusetzen.

Ein einmonatiger Aufenthalt ohne die üblichen Alltagsablenkungen und Verpflichtungen ist ein wahres Geschenk. Ich habe in der Zeit viel geschafft: die Arbeit “Luftikuss”, mit der ich mich beworben hatte, habe ich zu einem großen Teil umgesetzt und drei Bewerbungen für Ausschreibungen erarbeitet und eingereicht. Darüber hinaus habe ich Materialtests für ein Projekt, das im Oktober an der Uni Lüneburg umgesetzt werden soll, vor Ort durchführen können – auch geografisch war dieses Stipendium für mich ein absoluter Glücksfall.

Das Zusammensein mit meinen Mitstipendiatinnen Saskia und Mirella war freundschaftlich und unterstützend, die Präsenz von Thomas und Birgit ebenso: die beiden Stifter kamen regelmäßig auf einen kleinen Plausch vorbei (oder ich bei ihnen), berieten mich bei Fragen und gaben mir auf unkomplizierte Weise notwendige Hilfestellungen.

Um Einkäufe zu machen und die Gegend zu erkunden, stehen Fahrräder zur Verfügung – wenn man gerne radelt, ist das also kein Problem. Es ist zwar eine Umstellung gegenüber dem Leben in der Großstadt, die Einkäufe für eine Woche zu planen, 

 

aber es stellt sich auch als Entlastung heraus, sich nicht alle paar Tage Gedanken um Besorgungen machen zu müssen.

Nach Lüneburg kommt man unkompliziert per Bus in einer Stunde ohne Umsteigen, und man sollte die Abfahrtzeiten für die Rückfahrt im Auge behalten. Ich bin tatsächlich vier oder fünf Mal in die Stadt gefahren und kann sie nur empfehlen – eine absolut hübsche Stadt mit einer sehr angenehmen und herzlichen Offenheit im alltäglichen Miteinander.

Je näher unsere Abschlussausstellung kam, desto schneller schien die Zeit zu vergehen. Ich bedauerte, nicht mehr Zeit mit Ausflügen in die Natur verbracht zu haben, bis mich eine Freundin darauf hinwies, dass dies doch genau der Sinn einer Residenz ist und es toll sei, dass ich all die Zeit für konzentriertes Arbeiten nutzen könne. Das hat mir geholfen und ich habe den beruhigenden Effekt des Grüns vom angrenzenden Maisfeld, von den Wiesen und Wäldern umso mehr schätzen können: Ein hohes Arbeitspensum in Berlin geht mit einer anderen Form von Stress einher.

Die Arbeit "Luftikuss" wurde nun schon in Bremerhaven (artspace bremerhaven) und beim Bauhausfest der Stiftung Bauhaus Dessau gezeigt und hat etwas vom Hof Scharrlberg an diese Orte gebracht: luftige Unkompliziertheit und leichte Bewegtheit.