Von der Natur lernen - Papierobjekte erschaffen
Ich wünsche mir für den Aufenthalt auf dem Hof Scharrlberg in Steinbeck/Luhe ein konzentriertes Arbeiten und glaube, dass sich das Haus und die Umgebung gut für mein geplantes Vorhaben eignen. Die Örtlichkeit lädt dazu ein, dort Objekte zu sammeln, deren Formen in den Arbeitsprozess einfließen können.
Denn ich lasse mich von Formen und Strukturen anregen, die ich in der Natur vorfinde, um daraus mein eigenes und unverwechselbares Formenrepertoire zu entwickeln. Für mich sind Beobachten und Eintauchen in die Natur zentrale Momente der Inspiration. Für meine Objekte werden Prozesse der Natur thematisiert. Warum Papier? Papier an kann fast alles damit formen.
Ich will die Leichtigkeit des Papiers zeigen, will die Grenzen ausloten. Im Vordergrund steht, eine Verbindung zwischen den einzelnen Elementen zu schaffen, sie in ein Verhältnis zu bringen, sie zu vereinigen. Dieses positive Gefühl, aus vielen Elementen ein stimmiges Ganzes zu entwickeln,
ich füge etwas zu, nehme etwas weg, Formen können unterschiedlich zusammengesetzt werden, möchte ich bei meinem Arbeitsaufenthalt verwirklichen.
Ich stelle mir vor, während des Stipendiums eine Installation zum Thema „Wildnis“ zu gestalten. Wahrscheinlich werden verschiedene Papiere zur Anwendung kommen. Wie sich die gestalterische Arbeit entwickelt, hängt von der räumlichen Situation ab. Ob ich die Objekte eher malerisch gestalte, bevor ich sie verbinde oder nur einfarbig arbeite, ob die Installation schwebt oder auf den Boden steht, entscheide ich im Prozess.
Manchmal muss ich auch ein entstandenes Objekt zerstören (produktiver Zerstörungsprozess),
um so aus den Teilen eine neue Form zu entwickeln. Das lässt sich mit Papier gut bewerkstelligen. Mit Papier zu arbeiten, ist für mich sehr meditativ, und die Fragilität des Papiers
aber auch seine Stabilität faszinieren mich.